Senior auf Parkbank

Graue Wohnungsnot und Ko-Dörfer

„Bezahlbarer Wohnraum wird knapp.“ Haben Sie diesen Satz schon einmal gehört oder gelesen? Vermutlich so oft, dass ich das hier der Einfachheit halber mal mit „BWwk“ abkürzen können. Und dieses „BWwk“ gilt in unserer demographisch alternden Gesellschaft wie der unseren auch und gerade für Senioren – Rentenniveau hin und Rentenanpassungen her.

Eine Studie des in Hannover ansässigen Pestel-Instituts listet drei Millionen Wohnungen für Senioren auf, die bis zum Jahr 2030 neu erstellt oder in vorhandener Form umgebaut werden müssen. Und ab 2035 werde es besonders viele alte Menschen geben, so die Studie, denen (zu) wenig Geld zur Verfügung stehen wird. Es droht also schon in gut zehn Jahren eine alters- und armutsbedingte Überbelegung vorhandenen Wohnraums, eine „graue Wohnungsnot“. Wie damit umgehen?

Sozialwissenschaftler erwarten, dass der Anteil jener Senioren, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, in den kommenden zwanzig Jahren von derzeit drei auf rund 30 Prozent ansteigen wird. Viele Senioren könnten dann gezwungen sein, ihren städtischen Lebensraum zu verlassen. Erwartet uns eine Renaissance der Dörfer, des Landlebens?

Schon jetzt gibt es unter jungen Menschen den Trend zum „Ko-Dorf“, das urbanes Leben (mit Restaurants, Läden und Bars) und Arbeiten (Home-Offices) auf dem Land propagiert und nichts anderes versinnbildlicht als eine Flucht vor hohen und steigenden Mieten in unseren Städten.

Demografischer Wandel sorgt für weitere Probleme auf dem Immobilienmarkt

Steigende Mieten und sinkendem Renten sowie das Fehlen altersgerechter Wohnungen könnten deshalb auch bei Senioren zur Stadtflucht führen. Wenn ab dem Jahr 2035 rund 25 Millionen Menschen in Deutschland 65 Jahre und älter sein werden, dann ist guter Rat teuer und Mecklenburg-Vorpommern weit.

Fachleute erwarten deshalb schon jetzt ein Jahrzehnt altersgerechten Bauens und Sanierens mit Milliardenaufwand. Schon wird der Ruf nach staatlichen Fördermitteln, einer Umstrukturierung ambulanter Pflegedienstleistungen, alternativen und gemischten Wohnformen sowie einer all dies überblickenden Wohnberatung laut.

Fest steht schon jetzt: Der gesellschaftliche Wandel wird starke Auswirkungen haben auf Wohnbau, Vermietung, Sanierung und Lebensentwürfe im Alter. Kreativität und Anpassungsfähigkeit auf allen Seiten – Senioren, Vermieter, Bauherren, Sanierer, Staat – wird gefordert und nötig sein. Stellen wir uns darauf ein.

Herzlichst, Ihr

Claudius Zajac / projektZ

 

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